Kosten

 

Was kostet der Anwaltsbesuch?

Wie jede Dienstleistung ist auch der Rechtsrat oder die sonstige Tätigkeit des Anwalts kostenpflichtig. Die Art und die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Auftrag, den der Mandant erteilt.

Die Gebühren für die anwaltliche Tätigkeit sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt.

Für eine erste Beratung wird der Anwalt mit dem Mandanten eine schriftliche Vergütungsvereinbarung treffen. Für ein erstes Beratungsgespräch kann dann beispielsweise eine Pauschalgebühr von 190 Euro netto entstehen. Hinzu kommen die Kosten für Telefon, Fotokopien und die jeweils gültige Mehrwertsteuer. Für die weitere Tätigkeit kann der Anwalt mit dem Mandnaten ein Stundenhonorar vereinbaren. Unser Stundenhonorar liegt je nach der Bedeutung des Falles zwischen 100 und 200 Euro netto je Stunde, wobei wir viertelstündlich abrechnen. Die Höhe des Stundenhonoras kann im Einzelfall nach oben oder unten abweichen.

Desweiteren werden Gebühren nach dem Gegenstandswert berechnet. Dies bedeutet Folgendes: Wenn ein Anwalt für einen Mandanten eine Forderung von 750 Euro geltend macht, beträgt der Gegenstandswert für diese Tätigkeit 750 Euro. Nach diesem Wert kann der Anwalt für ein außergerichtliches Anschreiben an den Gegner eine Nettogebühr von 84,50 Euro (1.3 Gebühr) abrechnen. Bei einer Klage kann sich die Gebühr dann auf einen Betrag von 227,50 Euro (3.5 Gebühr) erhöhen. Bei einer Forderung von 6.000 Euro beträgt die Gebühr für die außergerichtliche Tätigkeit des Anwalts in der Regel (1.3 Gebühr) 439,40 Euro netto. Je höher der Gegenstandswert desto höher die Anwaltsgebühren.

Was ist Beratungshilfe?

Wenn sich der Mandant keinen Anwalt leisten kann, besteht für ihn die Möglichkeit, beim Amtsgericht an seinem Wohnort einen Antrag auf Beratungshilfe zu stellen. Wird diese bewilligt, muss er lediglich eine Schutzgebühr von 10 Euro an seinen Anwalt zahlen.

Was ist Prozesskostenhilfe?

Sollte ein Mandant einen Anspruch einklagen wollen oder sich gegen eine Klage verteidigen wollen, ohne über ausreichende Einkünfte zu verfügen, besteht die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen. Für diesen Fall muss er keine Gerichtskosten und keine Kosten für seinen Anwalt zahlen. Das Gericht kann auch Prozesskostenhilfe mit einer Ratenzahlungsanordnung bewilligen, wenn das Einkommen der Partei hierfür ausreichend ist. Es sind maximal 48 monatliche Raten zu zahlen. Allerdings muss die Partei, die Prozesskostenhilfe bewilligt bekommen hat, für den Fall, dass sie den Prozess verliert, die Kosten des gegnerischen Anwalts bezahlen. Nur in arbeitsgerichtlichen Verfahren der ersten Instanz trägt jede Partei die Kosten seines Anwalts, unabhängig davon, wie der Rechtsstreit ausgeht. Verändert sich binnen 4 Jahren ab Prozessende das Einkommen der Partei wesentlich, kann auch eine Abänderung der Prozesskostenhilfeentscheidung beschlossen werden. Dies kann so aussehen, dass eine Partei, die vorher keine Raten auf die Prozesskostenhilfe zahlen musste, Raten zahlen muss, oder aber eine Partei, die vorher Raten zahlen musste, nunmehr keine Raten mehr zahlen muss. Hat eine Partei einen Vermögenszuwachs erhalten, kann die Prozesskostenhilfe auch gänzlich aufgehoben werden, da dann die Kosten aus dem Vermögen zu bestreiten sind. Die Höhe der Raten der Prozesskostenhilfe sind gesetzlich festgelegt.

Der Anwalt darf nach deutschem Recht - anders als seine amerikanischen Kollegen, die für den Fall eines verlorenen Prozesses leer ausgehen, für den Fall eines gewonnenen Prozesses dafür üppige Prämien erhalten - kein Erfolgshonorar vereinbaren!